Pottenburg

Ruine Pottenburg

 

Ruine Pottenburg

Ruine Pottenburg

Die Burgruine Pottenburg (auch Wüttenburg, vulgo „Hasenburg”) liegt an einem östlichen Ausläufer der Hundsheimer Berge zwischen Wolfsthal und Berg und wurde nach letztem wissenschaftlichem Erkenntnisstand (Dehio 2003, unten zitiert) um die Mitte des 13. Jahrhunderts als Grenzburg im Vorfeld der Hainburger Pforte (Porta Hungarica) ohne unmittelbaren Vorgängerbau errichtet bzw. 1256 urkundlich erstmals erwähnt. Die Entstehung fällt somit in die Frühphase der premyslidischen Epoche in Österreich, als Otakar ll. in Auseinandersetzungen mit dem ungarischen König Béla IV. um die Herrschaft in der Steiermark verwickelt war (1252 fielen ungarische Truppen brandschatzend in Österreich und Mähren ein). Die architektonisch hohe Qualität des Bergfriedes einerseits und andererseits die Tatsache, dass Otakar im Sinne der Konsolidierung seiner Macht auch das Burgenregal zu kontrollieren suchte (der Landfrieden von 1254 enthält entsprechende Bestimmungen), lassen die Errichtung der Pottenburg im landesfürstlichen Umfeld dieser Zeit zwanglos nachvollziehen. Umbauten sind für die Jahre 1359

Ruine Pottenburg

Ruine Pottenburg

und 1437, eine größere Burgkapelle 1496 belegt. In den Kämpfen um 1293 hielten die Ungarn die Burg auf kurze Zeit besetzt, 1482 wurde sie von den Truppen des Matthias Corvinus erobert. 1517 gelangte die baufällige, bis dahin von landesfürstlichen Pflegern verwaltete Grenzfeste durch Verkauf an Wilhelm von Zelking und fiel 1529 der Zerstörung durch das türkische Heer anheim. Die danach nicht mehr wiederhergestellte Burgruine war seit 1544 im Besitz der Freiherren von Walterskirchen.

 

Ruine Pottenburg

Ruine Pottenburg

Am höchsten Punkt der Hochburg befindet sich ein quadratischer sechsgeschossiger Bergfried mit südöstlichem Hocheinstieg und kreuzrippengewölbtem Erd- und 1. Obergeschoss. Ihr Bering ist im Südwesten als massive Schildmauer ausgeprägt und gegen das dort nach außen ansteigende Terrain durch zwei von einem Wall getrennte Halsgräben abgesichert. Um den Bergfried ragen die Reste diverser Baulichkeiten empor und lassen im Osten an einer Schmalstelle neben dem Bering den ehemaligen Eingang in die Hochburg erkennen. Im Nordosten schließt sich um einen weiten Hof auf niedrigerem Niveau eine Vorburg an, von der fast nur noch der geschlossene Bering mit westlichem Torbogen vorhanden ist. Nordwestlich davon bestehen noch Reste eines ehemaligen Vorwerkes mit südwestlichem, durch eine Fallgittertür gekennzeichneten Burgeingang. Ins Norden und Osten außerhalb der Burg ist ein künstlicher Erdwall gezogen.

 

Die bautechnischen Merkmale zeigen sich vor allem im massiven Schalmauerwerk, dessen amorpher Mauerkern durch Bruchsteinlagen und gehauene Ortsteine eine erhöhte Widerstandsfähigkeit erzielt, in der Einfügung hölzerner Zuganker (ein dazu erforderlicher, im Querschnitt ca. 50 x 30 cm ausgesparter und dreiseitig einsehbarer Hohlraum ist an zwei Ausbruchstellen des Bergfriedes als derartiges Detail identifizierbar), in einem schmalen, aus der Mauerstärke ausgesparten Stiegenaufgang im Bergfried, in den gefasten Langscharten fenstern mit in Haustein gerahmten Trichternischen, in den Bruchstein gefügten Schalungs gewölben sowie in den etwa 3 m starken Mauern des Bergfriedes, der sich als letzter, durch seinen Hocheinstieg uneinnehmbarer Zufluchtsort bewähren sollte.

Für den stilistischen Übergang der Bauformen um die Mitte des 13. Jahrhunderts typisch sind das Nebeneinander spätromanischer Rundbogengewölbe im Bereich der Hocheinstiegspforten und frühgotischer Kreuzrippengewölbe mit einfach abgefassten Rippenelementen über polygonalen Wandvorlagen mit gekehlten Kämpfern und übereck gestellten Basen.